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Berufliche Orientierung am Gymnasium

KWMBl. I 1993 S. 114


2230.1.1.1.2.4-K
Berufliche Orientierung am Gymnasium
Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums
für Unterricht und Kultus
vom 9. Februar 1993 Az.: VI/9 - S 4305/15 - 8/160 014
Im Rahmen ihres Bildungsauftrages haben die Gymnasien auch die Aufgabe, auf Arbeitswelt und Beruf vorzubereiten. Schüler sollen vielfältige Informationen erhalten, die sie befähigen, ihre Entscheidung für Studium und Beruf eigenverantwortlich und sachkundig zu treffen. Diesem Ziel dient die „Berufliche Orientierung", die im Lehrplan für das bayerische Gymnasium vom 2. August 1990 (KWMBl I Sondernr. 3 S. 125; insbesondere S. 140 und 194) als fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgabe verankert und damit in der Zusammenarbeit aller Fächer zu vermitteln ist.
Einen ersten Schwerpunkt hat die berufliche Orientierung in der Jahrgangsstufe neun, einen weiteren in der Oberstufe. Eine umfassende und ausgewogene Information und Beratung erfordert die enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Elternhaus, Berufsberatung und Studienberatung unter Einbeziehung von Vertretern der Arbeitswelt. Die Berufs- und Studienwahl vollzieht sich in einem Prozess über viele Jahre hinweg und bedarf einer langfristigen und sorgfältigen Unterstützung von Seiten der Schule.
In der nachfolgenden Übersicht sind die Fächer und die Jahrgangsstufen aufgelistet, in denen Rahmenplan und Fachlehrpläne ausdrücklich auf die „Berufliche Orientierung" Bezug nehmen:
BERUFLICHE ORIENTIERUNG
Fächer Jgst.
K
Ev
Eth
D
L
E
F
Gr
It
Ru
Sp
M
Ph
C
B
G
Ek
Sk
SG
WR
Rw
Ku
Mu
S
Tm
W
Hw
4
X
6
X
7
X
8
X
X
x
X
X
X
X
9
X
X
X
X
X
X12
X
X
XM
XM
x
X
X
X
X
X
10
X
X
X3
X
X
x
X
X
x
X
X
X
11
x
X
X
X
XH
XMS
X
x
X
X
X
Gk 12
X
x
X
X
x
X
X
Gk 13
x
X
X
X
Lk 12
X
X
X
x
X
x
X
X
X
X
X
Lk 13
X
X
x
X
X
1, 2, 3
= die jeweilige Fremdsprachenfolge
X
Rahmenplan und Fachlehrplan
M
= MNG
x
Fachlehrplan
S
= SWG
H
= HG, NG, MuG, WWG
Ein breiter Kanon von Fächern weist im Lehrplan spezifische Ziele und Inhalte zur beruflichen Orientierung in unterschiedlicher Intensität aus. Das Fach Wirtschafts- und Rechtslehre hat hierbei in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 die Funktion eines Leitfachs. In der Jahrgangsstufe 9 beispielsweise bieten folgende Umfelder enge Verknüpfungsmöglichkeiten mit dem Angebot der Berufsberatung:
-
Evangelische Religionslehre: Arbeit und Leistung in Schule und Beruf,
-
Ethik: Lebensgestaltung und Sinn des Lebens,
-
Deutsch: Einstellungsgespräche, Themen und Texte aus der Arbeitswelt,
-
Wirtschafts- und Rechtslehre: Berufswahl und Berufsausübung, Betriebswirtschaft.
Auch in anderen Jahrgangsstufen und Fächern werden einschlägige Lernfelder zur beruflichen Orientierung ausgewiesen, fachspezifische Berufe und Themen aus der Arbeitswelt angesprochen, wie etwa in den modernen Fremdsprachen, den Naturwissenschaften, Musik u. a., und berufsnahe Themen behandelt. Außerdem können berufs- und studienorientierte Fragestellungen über die verpflichtenden Lehrplananbindungen hinaus im Rahmen des pädagogischen Freiraums und z.B. in Vertretungsstunden besprochenwerden.
Bei der beruflichen Orientierung arbeiten die Schulen gemäß den Bekanntmachungen vom 8. Dezember 1972 (KMBl 1973 S. 137) und vom 24. September 1992 (KWMBl I S. 514) mit der Berufsberatung. zusammen. Die Berufsberatung ist bestrebt, ihre Kontakt- und Kooperationsmöglichkeiten auf alle diejenigen Fächer auszudehnen, die die Thematik „Berufliche Orientierung" berühren, und so die Schulen bei der Erfüllung des fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsauftrages zu unterstützen. Die folgenden Ausführungen sollen Anhaltspunkte dafür geben, wiedie Angebote der Berufsberatung von Lehrern der verschiedenen Fächer unter dem fächerübergreifenden Gesichtspunkt genutzt und in den Unterricht einbezogen werden können.
Nachstehend werden die Medienangebote der Berufsberatung und ihre personellen Angebote zur Mitwirkung in Veranstaltungen einschließlich der Möglichkeiten in den Selbstinformationseinrichtungen näher beschrieben. So können unter Berücksichtigung der jeweils örtlichen Gegebenheiten sinnvolle, auf schulische Inhalte abgestimmte Kooperationsformen entwickelt werden. Für jedes Gymnasium gibt es im Arbeitsamt als Ansprechpartner einen zuständigen 'Berufsberater für Abiturienten und Hochschüler, mit dem die Lehrer Fragen der Zusammenarbeit besprechen können.