Inhalt

1. Sofortmeldungen

1.1 Meldung und Alarmierung

Unfall eines Luftfahrzeuges im Sinn der nachfolgenden Vorschriften ist jede Störung bei dem Betrieb eines Luftfahrzeuges, bei der eine Person getötet oder schwer verletzt worden ist oder ein Luftfahrzeug einen schweren Schaden erlitten oder verursacht hat. Ein schwerer Schaden in diesem Sinn ist nicht gegeben, wenn lediglich ein Triebwerk ausfällt, ein Schaden sich auf Triebwerke beschränkt, Verkleidungen oder Hauben sich verformen, Beplankungen eingebeult werden, kleine Löcher in der Beplankung entstehen, Schäden an Propellerblättern, an der Bereifung, an Motorzubehörteilen, an Bremsen oder Flügelspitzen oder Kufen entstehen.

1.1.1

Von dem Unfall eines Luftfahrzeuges hat die örtliche Polizeidienststelle sofort fernmündlich im Voraus und unmittelbar zu verständigen:
1.1.1.1
den Rettungsdienst (Rettungsleitstelle),
1.1.1.2
die Feuerwehr,
1.1.1.3
das zuständige Wasserwirtschaftsamt, wenn das Auslaufen einer wassergefährdenden Flüssigkeit, insbesondere von Treibstoff infolge des Unfalls zu befürchten ist (vgl. Bekanntmachung vom 6. März 1964, MABl S. 180),
1.1.1.4
das Landratsamt oder die kreisfreie Gemeinde als Katastrophen-Schutzbehörde,
1.1.1.5
das Bayerische Landeskriminalamt, (Durchwahl-) Rufnummer (089) 1251302,
1.1.1.6
die vorgesetzte Polizeidienststelle,
1.1.1.7
die Staatsanwaltschaft.

1.1.2

Meldungen des Bayerischen Landeskriminalamts
Das Bayerische Landeskriminalamt hat von dem Unfall eines Luftfahrzeuges sofort - fernmündlich oder fernschriftlich – zu verständigen:
1.1.2.1
das Luftfahrt-Bundesamt, Referat Unfalluntersuchung, Braunschweig, Flughafen, Rufnummer (0531) 3902-1. Fernschreibnummer Telex 0952-749,
1.1.2.2
die SAR-Leitstelle Goch,
Pfalzdorfer Str. 70, 4180 Goch,
Rufnummer (02823) 33 33,
Fernschreibnummer Telex 887-4482 oder 887-4484.
1.1.2.3
die Bundesanstalt für Flugsicherung,
Flugsicherungsleitstelle München-Riem, Rufnummer (089) 47 01 86,
1.1.2.4
die Regierung von Oberbayern – Luftamt Südbayern – in München, wenn es sich um Unfälle von Luftfahrzeugen in den Regierungsbezirken Oberbayern, Niederbayern oder Schwaben handelt,
1.1.2.5
die Regierung von Mittelfranken – Luftamt Nordbayern – in Nürnberg, wenn es sich um Unfälle von Luftfahrzeugen in den Regierungsbezirken Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken oder Unterfranken handelt,
1.1.2.6
das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr1*, wenn es sich um Unfälle von Verkehrsflugzeugen oder um Unfälle auf den Verkehrsflughäfen München-Riem oder Nürnberg handelt,
1.1.2.7
die Verkehrsleitung des nächstgelegenen Flughafens, wenn ein Verkehrsflugzeug verunglückt ist,
1.1.2.8
das Wehrbereichskommando VI,
Dachauer Straße 128, 8000 München 19, wenn ein Militärflugzeug oder ein Flugzeug, das ein Militärflugzeug sein könnte, verunglückt ist,
1.1.2.9
die Direktion der Bayerischen Grenzpolizei und die für den Unfallort zuständige Behörde des Zollgrenzdienstes, wenn es sich um ausländische Luftfahrzeuge oder um solche unbekannter Herkunft handelt,
1.1.2.10
die zuständige konsularische Vertretung, wenn ein Verkehrsflugzeug einer ausländischen Fluggesellschaft oder ausländische Fluggäste verunglückt sind.
1.1.2.11
Wenn nach dem Absturz von Verkehrsflugzeugen die Gefahr radioaktiver Kontamination nicht auszuschließen ist:
1.1.2.11.1
das Bayerische Landesamt für Umweltschutz, Rosenkavalierplatz 3, 8000 München 81,
Rufnummer (089) 9 21 41,
Fernschreibnummer Telex 05-24295,
1.1.2.11.2
den dem Unfallort nächstgelegenen S-Trupp der Bayerischen Landespolizei; S-Trupps sind bei folgenden Dienststellen stationiert:
Polizeipräsidium München DT 33
Polizeipräsidium München PI 33
Polizeiinspektion Traunstein
Polizeiinspektion Landshut
Verkehrspolizeiinspektion Amberg
Verkehrspolizeiinspektion Bayreuth
Verkehrspolizeiinspektion Nürnberg
Verkehrspolizeiinspektion Erlangen
Polizeiinspektion Lauf a. d. Pegnitz
Polizeiinspektion Alzenau i. UFr.
Polizeiinspektion Schweinfurt-Land
Polizeiinspektion Günzburg
Polizeiinspektion 7 Augsburg
Verkehrspolizeiinspektion Würzburg
Polizeidirektion Augsburg
Landespolizeiinspektion Günzburg;
1.1.2.12
die örtlich zuständigen Polizeidienststellen, in deren Bereich die Flugsicherungsleitstelle München-Riem, die Flugsicherungsstelle Nürnberg oder eine sonstige Bodenfunkstelle liegt, wenn diese Stellen Sprechverkehr mit dem verunglückten Luftfahrzeug geführt haben können, damit Tonträger über diesen Sprechverkehr sichergestellt werden (vgl. Nr. 3.6.2); die örtlich zuständigen Polizeidienststellen sind bei der Benachrichtigung hierauf besonders hinzuweisen.

1.2 Meldung (redaktionelle Überschrift)

In der Sofortmeldung sind der Hergang des Unfalls und seine Folgen möglichst genau zu berichten. Insbesondere soll die erste Meldung möglichst über folgende Einzelheiten Aufschluss geben (vgl. Anlage):
1.2.1
Datum und Uhrzeit (MEZ) des Unfalls,
1.2.2
Ort des Unfalls/Geländeart an der Unfallstelle,
1.2.3
Kennzeichen des Luftfahrzeugs,
1.2.4
Baumuster des Luftfahrzeugs,
1.2.5
Eigentümer/Halter/Charterer des Luftfahrzeugs,
1.2.6
Name des Luftfahrzeugführers,
1.2.7
Anzahl der Personen an Bord
a)
Besatzung / b) Fluggäste,
1.2.8
Letzter Startflugplatz und Startzeit,
1.2.9
Zielflugplatz,
1.2.10
Art des Fluges
(IFR- oder VFR-Flug) / ohne Flugplan / Funkanlage im Lfz / letzter Funkkontakt,
1.2.11
Betriebsart
(Fluglinien gewerblicher Gelegenheitsverkehr, gewerblicher Arbeitsflug, Privatverkehr, Ausbildung u. a.),
1.2.12
Anzahl der getöteten Personen
a)
Besatzung / b) Fluggäste / c) Außenstehende,
1.2.13
Anzahl der verletzten Personen
a)
Besatzung / b) Fluggäste / c) Außenstehende,
1.2.14
Sachschaden am Luftfahrzeug
(zerstört / schwer / leicht / nicht beschädigt),
1.2.15
Sachschaden Dritter,
1.2.16
Betriebsphase, in der der Unfall eintrat
Stand / Rollen / Start / Reiseflug / Landung u. a.),
1.2.17
Art des Unfalls
(Überschlag / Zuweitkommen / Berührung mit Hindernissen / Zusammenstoß / Brand oder Explosion im Fluge u. a.),
1.2.18
Angabe über beförderte explosive oder radioaktive Stoffe und andere gefährliche Güter; Ausmaß der Gefahren (insbesondere mögliche Verunreinigungen von Gewässer oder Kanalisation durch Mineralöl, Bedrohung von Wasserversorgungsanlagen),
1.2.19
Wetter
(Zeit / Wind / Sicht / Bewölkung / Temperatur °C),
1.2.20
Bereits getroffene Maßnahmen
(Verständigungen / Absperrung / Verbleib der Verletzten).

1.3 Ergänzung der Meldung

Müssen Einzelheiten im Sinne der Nrn. 1.2.1 bis 1.2.14 erst ermittelt werden, so ist die Sofortmeldung zunächst unvollständig zu erstatten und alsbald zu ergänzen.

1.4 Fernschriftliche Bestätigung

Die Vorausmeldung nach Nr. 1.1.1.5 an das Bayerische Landeskriminalamt ist unverzüglich fernschriftlich zu bestätigen. Das Fernschreiben ist mit dem Inhalt nach Nr. 1.2 in kurzer Berichtsform abzufassen; es gilt zugleich als WE-Meldung.

1 [Amtl. Anm.:] * nunmehr: für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie