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Unterrichtspflichtzeit der Lehrer an Gymnasien

Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus
vom 26. Juli 1974, Az. II/1 - 8/46 650

(KWMBl. S. 1260)

Zitiervorschlag: Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus über die Unterrichtspflichtzeit der Lehrer an Gymnasien vom 26. Juli 1974 (KWMBl. S. 1260), die zuletzt durch Bekanntmachung vom 17. Februar 2012 (KWMBl. S. 129) geändert worden ist

A. Unterrichtspflichtzeit

1.

Die Unterrichtspflichtzeit (UPZ) wird ausgedrückt durch die Stundenzahl, die der Lehrer regelmäßig wöchentlich zu erteilen hat. Die Unterrichtspflichtzeit verringert sich bei Lehrern, denen wegen Alters oder wegen Minderung der Erwerbsfähigkeit eine Ermäßigung gewährt wird. Anrechnungen (Abschnitt B) hingegen werden in die Unterrichtspflichtzeit einbezogen.

2.

Die Unterrichtspflichtzeit beträgt:

2.1

Bei Lehrern, die ausschließlich in wissenschaftlichen Fächern Unterricht erteilen 23 Wochenstunden

2.2

Bei Lehrern, die ausschließlich in Musik, Kunsterziehung oder Sport unterrichten0F1) 27 Wochenstunden

2.3

Lehrer, die sowohl in wissenschaftlichen Fächern als auch in Musik, Kunsterziehung oder Sport unterrichten, bei einem Einsatz in wissenschaftlichen Fächern
bis 2 Wochenstunden
27 Wochenstunden
von 3 bis 8 Wochenstunden
26 Wochenstunden
von 9 bis 14 Wochenstunden
25 Wochenstunden
von 15 bis 20 Wochenstunden
24 Wochenstunden
von mehr als 20 Wochenstunden
23 Wochenstunden

1) [Amtl. Anm.:] Bei Lehrkräften, die in der Oberstufe Musik, Kunsterziehung oder Sport unterrichten (elfte Jahrgangsstufe: nur Unterricht im Klassenverband), wird diese Tätigkeit hinsichtlich der Unterrichtspflichtzeit wie der Einsatz in einem wissenschaftlichen Fach behandelt.

B. Anrechnungen

Anrechnungen auf die Unterrichtspflichtzeit können für besondere dienstliche Tätigkeiten im Rahmen der nachfolgenden Bestimmungen gewährt werden. Für die Ermittlung der Unterrichtspflichtzeit bei Lehrkräften mit Fächerverbindungen, die Sport, Kunsterziehung oder Musik enthalten, zählen Anrechnungen genauso wie Unterricht in wissenschaftlichen Fächern. Das Kontingent nach Nr. 2 kann auch für Anrechnungen nach Nr. 3 verwendet werden und umgekehrt.

1. Anrechnungen für die Schulleitung

Die Anzahl der auf die Unterrichtspflichtzeit für die Verwaltungstätigkeit des Direktors sowie des ständigen Stellvertreters bzw. der weiteren Mitarbeiter (gemäß Funktionenkatalog) in der Verwaltung anrechenbaren Wochenstunden richtet sich nach der Schülerzahl. Die Höhe der Anrechnungen ergibt sich aus folgender Tabelle:
Anrechnung in WS Schülerzahl2)
Direktor
Stellv. u. Mit. zus.
Anrechnung in WS Schülerzahl2)
Direktor
Stellv. u. Mit. zus.
bis 60
61 bis 120
121 bis 180
181 bis 240
241 bis 300
301 bis 360
361 bis 420
421 bis 480
481 bis 540
541 bis 600
601 bis 660
661 bis 720
721 bis 780
781 bis 840
841 bis 900
10
10
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
21
2
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
15
901 bis 960
961 bis 1020
1021 bis 1080
1081 bis 1140
1141 bis 1200
1201 bis 1260
1261 bis 1320
1321 bis 1380
1381 bis 1440
1441 bis 1500
1501 bis 1560
1561 bis 1620
1621 bis 1680
1681 bis 1740
1741 bis 1800
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
17
19
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23
25
27
29
31
33
35
37
39
41
43
45*
Die Aufteilung der anrechenbaren Wochenstunden auf den ständigen Stellvertreter und die weiteren Mitarbeiter liegt im Ermessen der Schule. Ist an kleineren Schulen bzw. Schulen im Aufbau gem. § 25 Abs. 1 Satz 2 der Lehrerdienstordnung vom 7. August 2000 (KWMBl I S. 308), zuletzt geändert durch Bekanntmachung vom 9. September 2003 (KWMBl I S. 471), kein ständiger Stellvertreter bestellt, so kann der Direktor der Schule die für den ständigen Stellvertreter anrechenbaren Wochenstunden an Lehrkräfte vergeben, die er zur Erledigung von Verwaltungsaufgaben heranzieht. Der Direktor kann, wenn ihm dies wünschenswert erscheint, einen Teil der ihm gem. obiger Tabelle zustehenden Anrechnungen auf den ständigen Stellvertreter und gegebenenfalls den bzw. die weiteren Mitarbeiter in der Verwaltung übertragen; jedoch müssen Stellvertreter und Mitarbeiter weiterhin Unterricht erteilen,

2. Anrechnungen in der Kursphase der Oberstufe

Für Unterrichtstätigkeit und Organisationsaufgaben in der Kursphase der Oberstufe kann die Schule Anrechnungen bis zu nachfolgender Höchstzahl von Wochenstunden gewähren. Diese Höchstzahl berechnet sich nach der Formel
[Schülerzahl3) in der elften und zwölften Jahrgangsstufe des Vorjahres einschließlich der wegen Auslandsaufenthalts beurlaubten Schüler] x 0,2.
Solange die Schülerzahlen am Gymnasium steigen, werden die Anrechnungen für die Kursphase der Oberstufe eingefroren; der ermittelte Wert ist deshalb mit einem Korrekturfaktor zu multiplizieren, der im Anschreiben zur vorläufigen Unterrichtsübersicht für das jeweils kommende Schuljahr festgelegt wird.
Der Zahlenwert ist ab n,50 aufzurunden, sonst abzurunden.
Im Rahmen dieser Regelung können Anrechnungen an Lehrkräfte gegeben werden, die durch ihre Unterrichtstätigkeit in der Kursphase der Oberstufe (oberstufenspezifische Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen, Betreuung von Facharbeiten usw.) weit über das Maß der normalen Unterrichtstätigkeit hinaus beansprucht sind, ferner an Lehrkräfte, die mit Organisationsaufgaben in der Kursphase der Oberstufe betraut sind. Bei der Vergabe von Anrechnungen für Unterrichtstätigkeit in der Kursphase der Oberstufe ist ferner darauf zu achten, dass eine übermäßige Kumulierung von Anrechnungen bei einzelnen Lehrkräften vermieden wird. Im Übrigen gelten für die Vergabe die Bestimmungen des Abschnitts B Ziffer 3 sinngemäß.

3. Anrechnungen für schulgebundene Funktionen und besondere Maßnahmen pädagogischer Art

Für die regelmäßig an den Gymnasien über die Unterrichts- und Verwaltungstätigkeit hinaus auftretenden besonderen Aufgaben, die an die Lehrer vergeben beziehungsweise für die sie gewählt werden, sowie für die aus stundenplantechnischen Gründen notwendigen Unterschreitungen der Unterrichtspflichtzeit steht der Schule ein Kontingent von anrechenbaren Wochenstunden zur Verfügung, über dessen Vergabe sie in eigener Zuständigkeit entscheidet. Dieses Kontingent errechnet sich nach der Formel
Schülerzahl 2) :21.
Dabei wird ab n,50 aufgerundet, sonst abgerundet.
Aus dem Kontingent können Lehrer mit zeitaufwändigen Sonderaufgaben wie z.B. Stundenplanreferent, Fachbetreuer, Sammlungsleiter, Verbindungslehrer, Beratungslehrer u. a. m. Anrechnungen erhalten, insbesondere aber auch Lehrer, die bei der Gestaltung der Schule als Lebensraum der Schüler über die reine Unterrichtstätigkeit hinaus zeitlich besonders belastet sind, z.B. bei der Führung besonders betreuungsaufwändiger Klassen, der Vorbereitung und Durchführung von Schulveranstaltungen, der Betreuung von Schülerwettbewerben oder der Durchführung von Arbeitsgemeinschaften.
Die Vergabe von Anrechnungen im Rahmen des Gesamtkontingents liegt im pflichtgemäßen Ermessen der Schulleitung. Der Personalrat ist zu hören. Anrechnungen auf die Unterrichtspflichtzeit sind nur möglich bei Tätigkeiten, die über die vom Lehrer im Rahmen seines Unterrichts oder im Zusammenhang mit diesen pflichtgemäß zu erbringenden Tätigkeiten eindeutig hinausgehen. Es ist darauf zu achten, dass die Anrechnung einer Unterrichtsstunde einer Arbeitszeit von mindestens 100 Minuten entspricht.
Wo ein entsprechender Arbeitsaufwand nicht gegeben ist, kann gegebenenfalls eine Anrechnung im Halbjahreswechsel oder im Schuljahreswechsel erfolgen. Die Anrechnungen sind jährlich - je nach tatsächlichem Arbeitsanfall - erneut festzulegen, die Begründung ist nach Erstellung der amtlichen Schuldaten zu der Niederschrift der nächsten Lehrerkonferenz festzuhalten.

4. Anrechnungen für Seminarlehrer

Die Anrechnungen für Seminarlehrer und Seminarleiter werden gesondert geregelt.

4.1

Seminarlehrer, denen die fachspezifische Ausbildung von Studienreferendaren obliegt, erhalten für die Dauer des ersten und dritten Ausbildungsabschnitts des Pädagogischen Seminars folgende Anrechnungen:
a)
bei Betreuung von ein bis zwei Referendaren vier Wochenstunden,
b)
bei Betreuung von drei bis fünf Referendaren sechs Wochenstunden,
c)
bei Betreuung von sechs und mehr Referendaren acht Wochenstunden.

4.2

Seminarlehrer für die allgemeine Ausbildung der Studienreferendare sowie Lehrer, denen die Zusatzausbildung von Studienreferendaren obliegt, erhalten für die Dauer des ersten und dritten Ausbildungsabschnitts des Pädagogischen Seminars folgende Anrechnungen:
a)
bei Betreuung von ein bis zwei Referendaren zwei Wochenstunden,
b)
bei Betreuung von drei bis fünf Referendaren drei Wochenstunden,
c)
bei Betreuung von sechs und mehr Referendaren vier Wochenstunden.

4.3

Obliegt einem Seminarlehrer die Ausbildung in mehreren Fächern bzw. Gebieten gem. 4.1 oder 4.2, so erfolgt die Anrechnung für das zweite und die weiteren Fächer bzw. Gebiete nur zur Hälfte.

4.4

Seminarleiter erhalten zusätzlich folgende Anrechnungen:
a)
bei Betreuung von einem bis fünf Referendaren eine Wochenstunde,
b)
bei Betreuung von sechs und mehr Referendaren zwei Wochenstunden.

4.5

Seminarlehrer gem. 4.1 erhalten bei Betreuung von Referendaren ausschließlich im zweiten Ausbildungsabschnitt die Hälfte der in 4.1 genannten Anrechnungen. Seminarlehrer gem. 4.2 erhalten bei Betreuung von Referendaren ausschließlich im zweiten Ausbildungsabschnitt eine Anrechnung von einer Wochenstunde unter der Voraussetzung, dass tatsächlich regelmäßig die Allgemeinen Sitzungen stattfinden. Die Anrechnung gem. 4.4 entfällt bei Betreuung von Referendaren ausschließlich im zweiten Ausbildungsabschnitt bei einem bis zwei Referendaren und beträgt bei drei und mehr Referendaren eine Wochenstunde.

4.6

Die Anrechnung gem. 4.5 kann nicht zusätzlich zu den Anrechnungen gem. 4.1 bis 4.4 gewährt werden.

4.7

Maßgeblich für die Höhe der Anrechnung ist die Anzahl der Studienreferendare zu Beginn des jeweiligen Ausbildungsabschnitts.

5. Anrechnungen für Tätigkeit in einem Schülerheim bzw. in einer Ganztagsschule

Für je zwei Stunden (à 60 Minuten) Tätigkeit im Schülerheim, im Tagesheim oder bei außerunterrichtlichem Einsatz in einer Ganztagsschule wird den Lehrern eine Wochenstunde auf die Unterrichtspflichtzeit angerechnet. In gleicher Weise wird in Ganztagsschulen bei Aufsichtstätigkeit in allgemeinen Arbeitsstunden (Betreuungsstunden) verfahren; fachspezifische Arbeitsstunden (fachspezifische Übungsstunden) im Rahmen der Ganztagsschule werden voll auf das Regelstundenmaß angerechnet. Die Anzahl der fachspezifischen Arbeitsstunden bedarf der Genehmigung durch das Ministerium.

6. Anrechnungen für Tätigkeit in mehreren Schulhäusern

Lehrern, die im Rahmen ihrer Unterrichtspflichtzeit an einem Tag in mehreren Schulhäusern unterrichten und in der Woche mehr als zwei Stunden (à 60 Minuten) für die Zurücklegung des Weges zwischen den Schulhäusern benötigen, wird die Hälfte der Zeit, die diese zwei Stunden übersteigt, auf die Unterrichtspflichtzeit angerechnet, und zwar für je zwei Zeitstunden eine Wochenstunde. Es wird hierbei wieder auf- bzw. abgerundet, d.h. Teile von Wochenstunden, die kleiner als eine halbe Wochenstunde sind, bleiben unberücksichtigt. Teile, die gleich einer halben oder größer als eine halbe Wochenstunde sind, zählen als volle Wochenstunde. Bei einem wöchentlichen Zeitaufwand von weniger als drei Stunden (à 60 Minuten) ergibt sich somit keine Anrechnung, bei einem wöchentlichen Zeitaufwand von mindestens drei, aber weniger als fünf Stunden (à 60 Minuten) wird eine Wochenstunde angerechnet. Die Zeit für die Zurücklegung des Weges zwischen Wohnung und Schulhaus zu Beginn und Ende des Schulunterrichts bleibt außer Betracht. Findet ein Teil des Unterrichts in Sport regelmäßig außerhalb der Schulanlage statt, so wird in gleicher Weise verfahren.

7. Anrechnung für den Ministerialbeauftragten, seinen ständigen Stellvertreter und die Mitarbeiter des Ministerialbeauftragten, für die Schulberater und die Schulpsychologen

7.1

Die Ministerialbeauftragten für die Gymnasien erteilen keinen Unterricht.

7.2

Der ständige Stellvertreter des Ministerialbeauftragten in dessen Eigenschaft als Schulleiter und als Ministerialbeauftragter erhält eine Anrechnung entsprechend der des Direktors nach Ziff. 1, der zweite Stellvertreter und die weiteren Mitarbeiter in der Leitung der Schule eine solche, die dem ständigen Stellvertreter und den weiteren Mitarbeitern nach Ziff. 1 entspricht.

7.3

Für die Fachmitarbeiter des Ministerialbeauftragten, die den Ministerialbeauftragten bei den ihm übertragenen Aufgaben, insbesondere bei der Ausübung der unmittelbaren Dienstaufsicht über die Gymnasien seines Zuständigkeitsbereichs, in fachlicher Hinsicht unterstützen, wird diesem ein Gesamtkontingent von Anrechnungen zugewiesen, das sich aus der Formel S:1150 errechnet. S ist dabei die Schülerzahl4) der öffentlichen, staatlich anerkannten und genehmigten Gymnasien, Abendgymnasien und Kollegs des jeweiligen Dienstaufsichtsbezirks. Es wird auf- bzw. abgerundet, d.h. bei einem Divisionsrest bis 574 wird abgerundet, ab 575 wird aufgerundet. Einbezogen in diesen Gesamtansatz ist der Mitarbeiter für Fragen der SMV und der Schülerzeitungen.

7.4

Die Anrechnungen für den Mitarbeiter des Ministerialbeauftragten, den Schulberater, den staatlichen Schulpsychologen beim Ministerialbeauftragten sowie den Schulpsychologen an mehreren Schulen des jeweiligen Dienstaufsichtsbezirks erfolgen außerhalb dieses Gesamtansatzes. Der Mitarbeiter und der Schulberater erhalten eine Anrechnung von bis zu je 18 Wochenstunden, der staatliche Schulpsychologe beim Ministerialbeauftragten von zwölf Wochenstunden, der staatliche Schulpsychologe für mehrere Gymnasien von acht Wochenstunden.

* [Amtl. Anm.:] Anrechnung erhöht sich weiter je 60 Schüler um zwei Wochenstunden
2) [Amtl. Anm.:] Maßgeblich ist die in der vorläufigen Unterrichtsübersicht gemeldete Schülerzahl für das jeweils kommende Schuljahr (Unterrichtsübersicht Gymnasium - UÜG - 02 unter Berücksichtigung der UÜG 04).
3) [Amtl. Anm.:] Maßgeblich ist die mit den amtlichen Schuldaten zum 1. Oktober des Vorjahres gemeldete Schülerzahl.
4) [Amtl. Anm.:] Vgl. Fußnote bei B 1.

C. Besondere Regelungen

Abweichungen von den im Abschnitt B geregelten Anrechnungen bedürfen in jedem Falle der Genehmigung des Staatsministeriums. Neben den in Abschnitt B festgelegten Anrechnungen bestehen weiterhin gesonderte Anrechnungen für zeitlich begrenzte oder nicht auf alle Schulen bezogene Tätigkeiten bzw. solche, die mehreren Schulen zugute kommen oder auf die Einzelperson bezogen sind. Dies betrifft die Mitwirkung an bestimmten Schulversuchen (z.B. Kollegstufe, Orientierungsstufe), die Mitarbeit an curricularen Arbeitskreisen, die Wahrnehmung von Lehraufträgen, die Organisation der regionalen Lehrerfortbildung usw.
Auch die für die Erteilung des Unterrichts in Ethik gemäß Ziff. e des KMS vom 5. März 1973 Az.: II2 - 8/34 721 zu gewährende Anrechnung erfolgt gesondert.

D. Allgemeine Grundsätze

Bei der Gewährung von Anrechnungen ist von Seiten der Schule auf eine möglichst gleichmäßige Belastung der Lehrkräfte zu achten. Die Häufung von Anrechnungen bei einzelnen Lehrern ist zu vermeiden; von dieser Regel darf nur in besonders gelagerten Fällen aus sachbezogenen Gründen abgewichen werden. Jeder Lehrer muss einen angemessenen Teil seiner Unterrichtspflichtzeit Unterricht erteilen.
Der Unterricht der Lehrer ist auf alle Unterrichtstage zu verteilen. Aus besonderen Gründen kann an Schulen mit Sechs-Tage-Woche für einzelne Lehrer ein Tag in der Woche vom Unterricht freigehalten werden, wenn der Dienstbetrieb dadurch nicht gestört wird. Einen Rechtsanspruch auf einen unterrichtsfreien Tag hat ein Lehrer nicht.

E. Kürzung der Unterrichtspflichtzeit (Stundenermäßigung)

Die Unterrichtspflichtzeit der hauptamtlichen und hauptberuflichen Lehrer nach Abschnitt A Nr. 2 wird wie folgt gekürzt:
1.
Für Schwerbehinderte bei einer Erwerbsminderung
von mindestens 50 v. H.
um 2 Wochenstunden
von mindestens 70 v. H.
um 3 Wochenstunden
von mindestens 90 v. H.
um 4 Wochenstunden
2.
Lehrer, die in der Zeit vom 1. August bis 31. Januar das 58. Lebensjahr vollenden, erhalten vom Beginn des laufenden Schuljahres an eine Altersermäßigung von einer Wochenstunde,
Lehrer, die im gleichen Zeitraum das 60. Lebensjahr vollenden, erhalten vom Beginn des laufenden Schuljahres an eine Altersermäßigung von zwei Wochenstunden,
Lehrer, die im gleichen Zeitraum das 62. Lebensjahr vollenden, erhalten vom Beginn des laufenden Schuljahres an eine Altersermäßigung von drei Wochenstunden.
Bei Vollendung des maßgebenden Lebensjahres in der Zeit vom 1. Februar bis 31. Juli wird die Ermäßigung vom Beginn des folgenden Schuljahres an gewährt. Lehrern in Altersteilzeit wird eine Altersermäßigung nicht gewährt.
3.
Im Falle der Teilzeitbeschäftigung werden die Stundenermäßigungen nach Nr. 1 und 2 anteilig im Verhältnis der herabgesetzten Unterrichtspflichtzeit zur vollen Unterrichtspflichtzeit gewährt. Dabei sind Bruchteile bis 0,50 abzurunden, ab 0,51 aufzurunden. Dies gilt auch für Lehrer, die mit weniger als der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit beschäftigt sind.

F. Übergangsbestimmungen

In der Zeit vom 1. August 2012 bis 31. Juli 2013 gilt abweichend von Abschnitt A Nrn. 2.1 bis 2.3 für Lehrer, die das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, der Abschnitt A Nrn. 2.1 bis 2.3 in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. August 2004 (KWMBl I S. 306) mit der Maßgabe fort, dass die Unterrichtspflichtzeit jeweils um 0,5 Wochenstunden verringert ist. Für Lehrer, die in der Zeit vom 1. August 2012 bis 31. Januar 2013 das 50. Lebensjahr vollenden, gilt Abschnitt A Nrn. 2.1 bis 2.3 in der geltenden Fassung ab dem Beginn des Schuljahres 2012/2013; im Übrigen gilt als Stichtag der Beginn des Schuljahres 2013/2014. Die vorstehenden Übergangsbestimmungen dieser Gliederungsnummer finden auf die Unterrichtspflichtzeit der Schwerbehinderten im Sinn des § 2 Abs. 2 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch keine Anwendung.

Dr. Karl Böck
Ministerialdirektor
KMBl 1974 S. 1260