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7. Einsatz und Qualifikation des Personals

Die Ausbildung des Personals muss Breite und Struktur des jeweiligen Tätigkeitsbereiches und dessen Anforderungen an die einzelnen Personen berücksichtigen. Sie vermittelt nicht nur die Grundfähigkeit für die Aufgaben der Sehgeschädigtenpädagogik, sondern gibt auch einen Überblick über den Gesamtbereich der Erziehung und Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen. Ein wesentliches Merkmal der Qualifikation ist blinden- und sehbehinderten-pädagogische Kompetenz.
Die Förderung sehgeschädigter Kinder und Jugendlicher in vielfältigen Aufgabenfeldern obliegt - je nach den in den Ländern in der Bundesrepublik geltenden Regelungen - unterschiedlich qualifizierten Fachkräften.
An der Förderung blinder und sehbehinderter Kinder und Jugendlicher wirken in enger Kooperation Fachleute mit unterschiedlicher Ausbildung mit, z.B.
Sonderschullehrkräfte und Lehrkräfte mit der Befähigung für andere Lehrämter mit der Qualifikation in den Fachrichtungen Blinden- beziehungsweise Sehbehindertenpädagogik, gegebenenfalls weiteren sonderpädagogischen Fachrichtungen,
Erzieherinnen und Erzieher beziehungsweise Sozialpädagoginnen und -pädagogen, gegebenenfalls mit Zusatzausbildung in
Orientierung und Mobilität,
Lebenspraktischen Fertigkeiten,
Frühförderung Sehgeschädigter,
Förderung des noch vorhandenen Sehvermögens
sozial- und heilpädagogische Pflegekräfte,
Orthoptistinnen und Orthoptisten, Optikerinnen und Optiker, Augenärztinnen und Augenärzte in beratender Funktion,
Psychologinnen und Psychologen,
therapeutische Fachdienste,
Fachleute für Punktschrift-, Fingerzeichen-, Gebärden- und Tastsysteme bei Taubblinden,
Hersteller von Medien,
Fachkräfte für elektronische Hilfsmittel und Punktschriftübertragung.
Zur Sicherung der Qualität der sonderpädagogischen Förderung im Schwerpunkt Sehen, visuelle Wahrnehmung und Umgehen-Können mit einer Sehschädigung ist ein differenziertes Aus- und Fortbildungsangebot unabdingbar. Eine enge Kooperation zwischen den Ausbildungsstätten für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik und den schulischen Einrichtungen für Sehgeschädigte sichert Entwicklung, Anwendung und Erprobung wissenschaftlicher Methoden im praktischen Zusammenhang. Da es nur wenige Schulen für Sehgeschädigte in den Ländern in der Bundesrepublik gibt, ist die ständige länderübergreifende Aus- und Fortbildung und die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen notwendig, um Weiterentwicklungen zu koordinieren, kostengünstig Medien herzustellen und elektronische Hilfsmittel auf dem jeweils neuesten Stand nutzbar zu machen.