Inhalt

2  Aufgaben

2.1  Allgemeine Aufklärungsarbeit

Die Naturschutzwacht ist eine wertvolle Hilfe für die Naturschutzbehörden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Sie soll als personelle Verstärkung in der Natur das Verhältnis der Behörde zu den Bürgerinnen und Bürgern mitgestalten, durch konkrete Aufklärung, Beratung und Information vor Ort wirken sowie allgemein Kenntnisse über die Zusammenhänge in der Natur vermitteln. Die Naturschutzwacht soll zunächst vorbeugend Verständnis für die Anforderungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege wecken, allerdings auch die Einhaltung der dazu erlassenen Rechtsvorschriften überwachen und Verstöße verfolgen und ahnden. Die zunehmende Akzeptanz der Naturschutzwacht in der Bevölkerung beruht insbesondere auf der persönlichen Glaubwürdigkeit und dem vorbildlichen Einsatz ihrer Angehörigen; staatliche Autorität und hoheitliche Befugnisse sollen erst - und auch dann mit Augenmaß - eingesetzt werden, wenn der Versuch, durch sachliche Argumentation zu überzeugen, nicht zum Erfolg führt beziehungsweise wenn dies nach der Schwere der verursachten Beeinträchtigungen oder der Haltung des Betroffenen angezeigt erscheint.

2.2  Vollzugsaufgaben

Die Naturschutzwacht hat die Aufgabe, Beeinträchtigungen und Zerstörungen von Natur und Landschaft zu verhindern; sie soll zur Unterstützung der unteren Naturschutzbehörde auch in anderen Bereichen insbesondere zur Sicherung des Rechts auf Naturgenuss und Erholung eingesetzt werden.

2.2.1 

Die Naturschutzwacht hat die hoheitliche Aufgabe, Zuwiderhandlungen gegen Rechtsvorschriften, die den Schutz der Natur, die Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur regeln und deren Übertretung mit Strafe oder Geldbuße bedroht ist, zu verhüten, zu unterbinden, festzustellen und bei der Verfolgung solcher Zuwiderhandlungen mitzuwirken (Art. 43 Abs. 2 BayNatSchG und § 2 der Verordnung).
Dazu gehören sämtliche Rechtsvorschriften die dem Schutz der Natur, der Pflege der Landschaft und der Erholung in der freien Natur dienen, auch wenn sie nicht im Bayerischen Naturschutzgesetz, im Bundesnaturschutzgesetz und in den auf deren Grundlage erlassenen Rechtsvorschriften enthalten sind. In Betracht kommen insbesondere die mit Strafe bedrohten Handlungen des Strafgesetzbuches und des Nebenstrafrechts (z.B. §§ 304, 324 bis 330a StGB, § 38 BJagdG, § 39 PflSchG) sowie mit Bußgeld bedrohte Verstöße gegen sonstiges Umwelt- und Artenschutzrecht (z.B. § 41 WHG, Art. 95 BayWG, § 61 KrW-/AbfG, Art. 33 BayAbfAlG, Art. 18 BayImSchG, Art. 89 BayBO, § 213 BauGB, § 40 PflSchG, Art. 46 BayWaldG, die Verordnungen (EG) Nr. 338/97 und Nr. 939/97 zum Artenschutz sowie dem Artenschutz dienende Vorschriften des Straßenverkehrs-, des Jagd- und des Fischereirechts), soweit die Zuwiderhandlungen gleichzeitig Schäden für Natur und Landschaft zur Folge haben können.
Die Naturschutzwacht kann von der Pflichtaufgabe nach Art. 43 Abs. 2 BayNatSchG nicht entbunden werden.

2.2.2 

Die Naturschutzwacht soll auch in anderen Bereichen zur Unterstützung der unteren Naturschutzbehörde eingesetzt werden. Dazu gehören insbesondere
Kontrolle von Naturschutzauflagen in Genehmigungsbescheiden,
Mitwirkung bei der Durchführung und der Kontrolle von Förderprogrammen, insbesondere bei der Überprüfung der Einhaltung von Bewirtschaftungsvereinbarungen mit den Naturschutzbehörden,
Mitwirkung bei der Betreuung von Schutzgebieten, gesetzlich geschützten sowie kartierten Biotopen einschließlich
Betreuung von Biosphärenreservaten,
Führungen von interessierten Gruppen, z.B. Schulklassen,
Erfassung von Veränderungen in der Natur (z.B. „Schwarzbauten “) und Meldung an die Behörde,
Mitwirkung bei Artenschutzmaßnahmen (z.B. Amphibien, Fledermäuse etc.).