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Richtlinie für die Verwendung des Funkmeldesystems im Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz (FMS-Richtlinie)

AllMBl. 2009 S. 59

BayVV Gliederungsnummer 215-I


215-I
Richtlinie für die Verwendung des Funkmeldesystems
im Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz
(FMS-Richtlinie)
Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums
des Innern
vom 6. Februar 2009 Az.: ID2-0265.117-20
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung
2.
FMS-Nachrichten von der Integrierten Leitstelle zum Fahrzeug
3.
FMS-Nachrichten vom Fahrzeug zur Integrierten Leitstelle
4.
Verfahrensanweisungen
4.1
Fahrzeuganmeldung bei Dienstbeginn
4.2
Übernahme eines Einsatzes
4.3
Am Einsatzort angekommen
4.4
Lagemeldung durch ein Einsatzmittel / Verbindungsaufnahme zur ILS
4.5
Nachforderung von Einsatzkräften / Einsatzmitteln
4.6
Einsatzmittel ist belegt mit Patient / Patientin zum Zielort
4.7
Einsatzmittel ist am Zielort angekommen
4.8
Einsatzmittel ist nach einem Einsatz am Transportziel oder der Einsatzstelle wieder frei
4.9
Mitteilungspflicht von Patientennamen für Einsatzmittel des Rettungsdienstes
4.10
Einsatzmittel außer Dienst stellen / Dienstende
4.11
Verlassen des eigenen Funkverkehrskreises
4.12
Anmelden im fremden Funkverkehrskreis oder Rückkunft im eigenen Funkverkehrskreis
4.13
Statusmeldungen bei Sammeltransporten
4.13.1
Sammeltransport von einer Einsatzstelle zu einem gemeinsamen Zielort
4.13.2
Sammeltransport von einer Einsatzstelle zu unterschiedlichen Zielorten
4.13.3
Sammeltransport von unterschiedlichen Einsatzstellen zu unterschiedlichen Zielorten
4.13.4
Sammeltransport von unterschiedlichen Einsatzstellen zu einem Zielort
4.14
Fahrt zur Gebietsabsicherung / Wachbesetzung
4.15
(Dringender) Sprechwunsch mit hoher Priorität
4.16
Notruf
4.17
Besonderheiten bei Notarzteinsatzfahrzeugen
4.18
Einsatzabbruch
5.
Verwendung des FMS-Folgetelegramms
6.
Inkrafttreten
Anlage 1: FMS-Folgetelegramm Notfallrettung / Krankentransport
Anlage 2: Schlagworte Rettungsdienst – Abkürzung für FMS

1.  Einleitung

Mithilfe des Funkmeldesystems (FMS) der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) werden taktische Kurzinformationen zwischen Einsatzmitteln und der Integrierten Leitstelle (ILS) ausgetauscht. Zur Übertragung der digitalen Daten wird der Betriebskanal der jeweiligen BOS verwendet. Jedes Einsatzmittel verfügt dazu über eine eindeutige digitale Kennung, die stets zusammen mit der taktischen Information übertragen wird. Diese Kennung setzt sich aus der zugehörigen Organisation, dem Bundesland, einer Ortskennung sowie der Standortkennung, der Einsatzmittelart und der laufenden Nummer des jeweiligen Fahrzeugtyps zusammen. Daran schließt sich die taktische Information an.
Ein wesentlicher Vorteil bei der Verwendung des Funkmeldesystems liegt darin, dass Routinemeldungen schnell und automatisiert an die Integrierte Leitstelle übertragen und dort ausgewertet werden können. Eine typische Routinemeldung eines Einsatzmittels ist zum Beispiel die Meldung eines am Einsatzort eingetroffenen Einsatzmittels. Mit dem Funkmeldesystem werden der BOS-Funk und damit die Disponenten der Integrierten Leitstelle entlastet und der Sprechfunk für weitere Kommunikation frei gehalten.
Alle über das Funkmeldesystem abgesetzten Meldungen werden im Einsatzleitsystem der Integrierten Leitstellen mit Zeitstempel beweissicher dokumentiert. Die erfassten Statusmeldungen und Zeiten ermöglichen statistische Auswertungen und die Durchführung eines Qualitätsmanagements für den Rettungsdienst und die Feuerwehren in Bayern. Darüber hinaus werden die erfassten Daten in die Betrachtung einbezogen, ob die rettungsdienstliche Vorhaltung dem jeweils aktuellen Bedarf entspricht.
Es ist deshalb zwingend erforderlich, für die Verwendung des Funkmeldesystems einheitliche Regelungen für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz zu treffen und sicherzustellen, dass die Handhabung des Funkmeldesystems nach einem einheitlichen Verfahren erfolgt. Nur so ist gewährleistet, dass Auswertungen auf einer aussagekräftigen Datengrundlage durchgeführt werden können. Die Regelung basiert auf der Technischen Richtlinie Funkmeldesystem, die bundesweit Gültigkeit hat. Bereits landesweit eingeführte Festlegungen zur Anwendung des Funkmeldesystems haben – soweit möglich – in die vorliegende Richtlinie Eingang gefunden.
Die in der Richtlinie beschriebenen Verfahren sind von den Einsatzkräften der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben – außer Polizei und Zoll – in Bayern einzuhalten.

2.  FMS-Nachrichten von der Integrierten Leitstelle zum Fahrzeug

Die Integrierte Leitstelle kann Anweisungen und Rückmeldungen an die eingesetzten Einsatzmittel über das Funkemeldesystem übermitteln. Ob und in welchem Umfang eine Integrierte Leitstelle von den aufgeführten Statusmeldungen Gebrauch macht oder die Meldungen über Sprechfunk übermittelt, stimmt der Betreiber der Integrierten Leitstelle mit den beteiligten Behörden und Organisationen ab.
Die von der Integrierten Leitstelle übertragenen Anweisungen und Rückmeldungen an die eingesetzten Einsatzmittel haben nachfolgend aufgeführte Bedeutung:
Kennung am FMS-Funkhörer
des Einsatzmittels
Bedeutung für das Einsatzmittel
A
Notarzt ist alarmiert
C
Melden Sie sich für Einsatzauftrag
E
Einrücken / Einsatz abbrechen
F
Kommen Sie über Telefon
H
Fahren Sie Ihre Wache an
J
Sprechaufforderung
L
Geben Sie eine Lagemeldung
P
Nehmen Sie Ihre Pause
U
nicht belegt
c
Korrigieren Sie Ihren Status
d
Transportziel durchgeben
h
Zielort ist verständigt
o
Halten Sie Ihren Standort

3.  FMS-Nachrichten vom Fahrzeug zur Integrierten Leitstelle

Verwendet ein Einsatzmittel das Funkmeldesystem zur Übermittlung einer taktischen Kurzinformation, haben die übertragenen Statusmeldungen nachfolgende Bedeutung:
Status
Bedeutung
1
Einsatzbereit über Funk
2
Einsatzbereit auf Wache / Gerätehaus
3
Einsatzauftrag übernommen /
Fahrzeug unterwegs zur Einsatzstelle
4
Ankunft Einsatzstelle
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
6
Einsatzmittel / Einheit nicht dienstbereit
7
Einsatzmittel mit Patient unterwegs zum Zielort
8
Einsatzmittel am Zielort angekommen
9
Sprechwunsch mit hoher Priorität
0
Notruf (nicht aktiv)

4.  Verfahrensanweisungen

4.1  Fahrzeuganmeldung bei Dienstbeginn

Einsatzmittel, die nicht in einer 24-Stunden-Vorhaltung stehen, müssen sich zu Dienstbeginn bei der Integrierten Leitstelle anmelden. Dies trifft in der Regel auf die Einsatzmittel des Rettungsdienstes zu (z.B. KTW, Verstärkungs-RTW). Folgende Prozedur ist anzuwenden:
Zur Aktivierung des Einsatzmittels im Einsatzleitrechner ist der Integrierten Leitstelle der Status 1 zu senden. Die Integrierte Leitstelle quittiert den Empfang, im Funkhörer des Einsatzmittels wird der ausgewählte Status angezeigt. Zur Übermittlung der Dienstzeiten oder weiterer relevanter Informationen ist vom Einsatzmittel der Status 5 zu senden. Mit Annahme des Sprechwunsches durch den Disponenten sendet das Einsatzleitsystem automatisch ein „J“ auf das Display des FMS-Funkhörers im Einsatzmittel. Das Einsatzmittel teilt der Integrierten Leitstelle die Dienstzeiten mit. Sollte die Dienstanmeldung nicht direkt zu einem Einsatz führen, sendet das Einsatzmittel den Status 2 und verbleibt in der Wache.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
1
Anmelden im System:
Einsatzbereit über Funk
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel
2
oder
Falls die Dienstanmeldung nicht direkt zu einem Einsatz führt: Einsatzbereit auf Wache
3
Falls die Dienstanmeldung direkt zu einem Einsatz führt: Einsatzauftrag übernommen / Fahrzeug unterwegs zur Einsatzstelle

4.2  Übernahme eines Einsatzes

Wird ein Einsatzmittel alarmiert (z.B. zu einem Notfalleinsatz, technische Hilfeleistung, Krankentransport), ist von diesem unverzüglich Kontakt mit der Integrierten Leitstelle aufzunehmen. Hierzu ist vom Einsatzmittel der Status 5 an die Integrierte Leitstelle zu senden. Mit Annahme des Sprechwunsches durch den Disponenten sendet das Einsatzleitsystem automatisch ein „J“ auf das Display des FMS-Funkhörers im Einsatzmittel. Die Integrierte Leitstelle übermittelt den Einsatzauftrag. Bei mündlicher Übermittlung ist der Einsatzauftrag vom Einsatzmittel zu wiederholen! Die vollständige Einsatzübernahme (Einsatzadresse, Einsatzstichwort, usw.) wird durch die Statusmeldung 3 gekennzeichnet.
Der Status 3 darf in jedem Fall erst dann gesendet werden, wenn das Einsatzmittel die Wache bzw. den Abrufplatz verlässt.
Der Status 5 kann bei der Verwendung von FMS-Folgetelegrammen entfallen.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel
3
Einsatzauftrag übernommen /
Fahrzeug unterwegs zur Einsatzstelle

4.3  Am Einsatzort angekommen

Ist ein Einsatzmittel an der von der Integrierten Leitstelle übermittelten Einsatzadresse angekommen, hat das Einsatzmittel dies gegenüber der Integrierten Leitstelle mit dem Status 4 zu bestätigen.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
4
Ankunft Einsatzstelle

4.4  Lagemeldung durch ein Einsatzmittel / Verbindungsaufnahme zur ILS

Will ein Einsatzmittel eine Lagemeldung an die Integrierte Leitstelle abgeben oder nach einer Alarmierung Verbindung mit der Integrierten Leitstelle aufnehmen, ist dies vom Einsatzmittel mit der Statusmeldung 5 anzuzeigen. Mit Annahme des Sprechwunsches durch den Disponenten sendet das Einsatzleitsystem automatisch ein „J“ auf das Display des FMS-Funkhörers im Einsatzmittel. Das Einsatzmittel gibt eine Lagemeldung ab oder übermittelt der Integrierten Leitstelle sein Anliegen.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel

4.5  Nachforderung von Einsatzkräften / Einsatzmitteln

Werden mehr Einsatzkräfte / Einsatzmittel benötigt, müssen diese bei der Integrierten Leitstelle angefordert werden. Der Sprechwunsch erfolgt durch Senden des Status 5 zur Integrierten Leitstelle. Mit Annahme des Sprechwunsches durch den Disponenten sendet das Einsatzleitsystem automatisch ein „J“ auf das Display des FMS-Funkhörers im Einsatzmittel. Das Einsatzmittel kann die zusätzlich erforderlichen Einsatzkräfte / Einsatzmittel bei der Integrierten Leitstelle anfordern.
Sofern das Einsatzmittel im Auftrag einer Kreiseinsatzzentrale nichtzeitkritische Einsatzaufträge bearbeitet, gehen Nachforderungen von weiteren Einsatzkräften / Einsatzmitteln an die Kreiseinsatzzentrale. Ausgenommen hiervon sind zeitkritische Ereignisse mit Personengefährdung. In diesen Fällen ist die Nachforderung immer an die Integrierte Leitstelle zu richten.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel

4.6  Einsatzmittel ist belegt mit Patient / Patientin zum Zielort

Mit der Aufnahme eines Patienten ist Status 7 zu senden.
Bei der Verwendung der Ortstasten-Funktion kann der geplante Zielort mittels eines zweistelligen Zifferncodes vom Einsatzmittel an die Integrierte Leitstelle übermittelt werden. Die Zifferncodes sind pro Funkkanal in der Integrierten Leitstelle individuell festgelegt.
Steht der Zielort bereits fest (z.B. im Krankentransport), ist eine Übermittlung über die Ortstasten-Funktion nicht erforderlich.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
ggf. Ortstaste
Auswahl Ortstasten-Funktion
7
Einsatzmittel mit Patient unterwegs zum Zielort
xy
(nur bei Ortstaste)
Einsatzmittel mit Patient unterwegs zum Zielort xy

4.7  Einsatzmittel ist am Zielort angekommen

Mit der Ankunft am Zielort ist der Status 8 zu senden.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
8
Einsatzmittel am Zielort angekommen

4.8  Einsatzmittel ist nach einem Einsatz am Transportziel oder der Einsatzstelle wieder frei

Sobald ein Einsatz abgeschlossen und das Einsatzmittel einsatzbereit ist, meldet sich dieses mit Status 1.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
1
Einsatzbereit über Funk
Ist eine abschließende Rückmeldung oder ein Grund für das Außerdienststellen des Einsatzmittels an die Integrierte Leitstelle zu übermitteln, nimmt das Einsatzmittel mit Senden des Status 5 Kontakt zur Integrierten Leitstelle auf. Mit Annahme des Sprechwunsches durch den Disponenten sendet das Einsatzleitsystem automatisch ein „J“ auf das Display des FMS-Funkhörers im Einsatzmittel.
Ist das Einsatzmittel nur bedingt einsatzbereit, weil z.B. Reinigungsmaßnahmen durchgeführt oder wichtige einsatzrelevante Geräte (z.B. Pressluftatmer) aufgerüstet werden müssen, vermerkt der Disponent in der Statusübersicht der Integrierten Leitstelle „bedingt einsatzbereit“.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel
1
Einsatzbereit über Funk;
ggf. setzt die ILS das Einsatzmittel auf „bedingt einsatzbereit“
Ist dagegen das Einsatzmittel nicht mehr einsatzbereit, ist der Status 6 zu senden. Dies kann bei einer erforderlichen Desinfektion des Einsatzmittels oder bei einer längeren Rüstzeit der Fall sein. Ist das Einsatzmittel einem Einsatz zugeordnet, wird es auch im Status 6 nicht von diesem Einsatz getrennt. Die Rüstzeiten und die Gesamteinsatzdauer können damit zuverlässig dokumentiert werden. Ist das Einsatzmittel wieder einsatzbereit, ist dies mit Status 2 der Integrierten Leitstelle anzuzeigen. Sofern sich das Einsatzmittel nicht an seinem Heimatstandort befindet, ist stattdessen der Status 1 zu senden.
Wird das Einsatzmittel aus der Vorhaltung genommen, ist zuerst mit dem Status 2 der Einsatz zu beenden und mit Status 6 – wie in Nr. 4.10 beschrieben – das Fahrzeug außer Dienst zu stellen.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel
6
Nur sofern das Fahrzeug aufgrund fehlender bzw. nicht einsatzbereiter Ausrüstung nicht einsatzbereit ist
2
oder ggf. 1
Einsatzbereit auf der Wache
Einsatzbereit über Funk

4.9  Mitteilungspflicht von Patientennamen für Einsatzmittel des Rettungsdienstes

Trifft ein Einsatzmittel des Rettungsdienstes einen oder mehrere Patienten bei einem Einsatz an, führt dann aber keinen Patiententransport durch, ist der Patientenname der Integrierten Leitstelle mitzuteilen.

4.10  Einsatzmittel außer Dienst stellen / Dienstende

Ist ein Einsatzmittel außer Dienst zu stellen, sendet dieses den Status 5 an die Integrierte Leitstelle. Mit Annahme des Sprechwunsches durch den Disponenten sendet das Einsatzleitsystem automatisch ein „J“ auf das Display des FMS-Funkhörers im Einsatzmittel. Das Einsatzmittel informiert die Integrierte Leitstelle über den Grund der Außerdienststellung. Anschließend sendet das Einsatzmittel den Status 6.
Gründe für eine Außerdienststellung bzw. Herausnahme des Einsatzmittels aus der Vorhaltung können ein Werkstatttermin, ein Fahrzeugdefekt oder ein Verlassen des Ausrückebereichs (in der Regel bei Feuerwehren und Katastrophenschutzeinheiten) sein.
Geht das Einsatzmittel wieder in Dienst, ist wie bei der Dienstanmeldung unter Nr. 4.1 zu verfahren.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel
6
Einsatzmittel / Einheit nicht dienstbereit

4.11  Verlassen des eigenen Funkverkehrskreises

Verlässt ein Einsatzmittel seinen eigenen Funkverkehrskreis, ist das Verlassen des Funkverkehrskreises der Integrierten Leitstelle mitzuteilen. Hierzu ist vom Einsatzmittel der Status 5 an die Integrierte Leitstelle zu senden. Mit Annahme des Sprechwunsches durch den Disponenten sendet das Einsatzleitsystem automatisch ein „J“ auf das Display des FMS-Funkhörers im Einsatzmittel. Daraufhin teilt das Einsatzmittel der Integrierten Leitstelle das Verlassen des Funkverkehrskreises mit.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel

4.12  Anmelden im fremden Funkverkehrskreis oder Rückkunft im eigenen Funkverkehrskreis

Um sich in einem fremden Funkverkehrskreis anzumelden oder im eigenen Funkverkehrskreis zurückzumelden, ist der Status 5 zur Integrierten Leitstelle zu senden. Mit Annahme des Sprechwunsches durch den Disponenten sendet das Einsatzleitsystem automatisch ein „J“ auf das Display des FMS-Funkhörers im Einsatzmittel. Das Einsatzmittel übermittelt den Status, wie beispielsweise „…mit Patient Richtung Krankenhaus XY“, „…ohne Patient Richtung Wache“ oder „…auf der Durchfahrt“. Nach der mündlichen Übermittlung des Status korrigiert das Einsatzmittel seinen Status über das FMS. So ist der Status 1 zu senden, wenn das Einsatzmittel einsatzbereit unterwegs ist, der Status 7 bei Transport eines Patienten und der Status 3 beim Einsatz zur Nachbarschafts- / Überlandhilfe.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel
1
oder
Einsatzbereit über Funk
3
oder
Einsatzauftrag übernommen / Fahrzeug unterwegs zur Einsatzstelle
7
Einsatzmittel mit Patient unterwegs zum Zielort

4.13  Statusmeldungen bei Sammeltransporten

Wird ein Einsatzmittel mit zwei oder mehreren Patienten belegt, handelt es sich um einen sogenannten Sammeltransport. Beim Sammeltransport unterscheidet man verschiedene Varianten.

4.13.1  Sammeltransport von einer Einsatzstelle zu einem gemeinsamen Zielort

Die Integrierte Leitstelle erteilt dem Einsatzmittel den Auftrag zur Patientenbeförderung. Das Einsatzmittel bestätigt mit Status 3 die Einsatzübernahme für beide Patienten. Beim Eintreffen an der Einsatzstelle ist einmal der Status 4 zu übermitteln. Hat das Einsatzmittel beide Patienten aufgenommen und ist zum gemeinsamen Zielort unterwegs, sendet das Einsatzmittel der Integrierten Leitstelle den Status 7. Trifft das Einsatzmittel an seinem Zielort ein, übermittelt es der Integrierten Leitstelle den Status 8.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel
3
Einsatzauftrag übernommen /
Fahrzeug unterwegs zur Einsatzstelle
4
Ankunft Einsatzstelle
7
Einsatzmittel mit Patient unterwegs zum Zielort
8
Einsatzmittel am Zielort angekommen

4.13.2  Sammeltransport von einer Einsatzstelle zu unterschiedlichen Zielorten

Die Integrierte Leitstelle erteilt dem Einsatzmittel den Auftrag zur Patientenbeförderung, wobei zusätzlich die Reihenfolge der Zielorte der einzelnen Patienten angegeben wird. Das Einsatzmittel bestätigt mit Status 3 die Einsatzübernahme für beide Patienten. Beim Eintreffen an der Einsatzstelle ist einmal der Status 4 zu übermitteln. Hat das Einsatzmittel beide Patienten aufgenommen und ist zum ersten Zielort unterwegs, sendet das Einsatzmittel der Integrierten Leitstelle den Status 7. Trifft das Einsatzmittel an seinem ersten Zielort ein, übermittelt es der Integrierten Leitstelle den Status 8. Fährt das Einsatzmittel weiter zum zweiten Zielort, ist erneut der Status 7 zu senden. Damit ist für die Integrierte Leitstelle ersichtlich, dass das Einsatzmittel zum zweiten Zielort unterwegs ist. Trifft es dort ein, übermittelt das Einsatzmittel der Integrierten Leitstelle den Status 8.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel
3
Einsatzauftrag übernommen /
Fahrzeug unterwegs zur Einsatzstelle
4
Ankunft Einsatzstelle
7
Einsatzmittel mit Patient 1 und 2 unterwegs zum Zielort
8
Einsatzmittel am Zielort 1 angekommen
7
Einsatzmittel mit Patient 2 unterwegs zum Zielort
8
Einsatzmittel am Zielort 2 angekommen
Anmerkung: Die Reihenfolge der Zielorte wird von der Integrierten Leitstelle vorgegeben.

4.13.3  Sammeltransport von unterschiedlichen Einsatzstellen zu unterschiedlichen Zielorten

Die Integrierte Leitstelle erteilt dem Einsatzmittel den Auftrag zur Patientenbeförderung, wobei zusätzlich die Reihenfolge der Einsatzstellen und der Zielorte der einzelnen Patienten angegeben wird. Das Einsatzmittel bestätigt mit Status 3 die Einsatzübernahme für beide Patienten. Beim Eintreffen an der ersten Einsatzstelle ist der Status 4 zu übermitteln. Hat das Einsatzmittel den ersten Patienten aufgenommen und ist zur zweiten Einsatzstelle unterwegs, sendet das Einsatzmittel der Integrierten Leitstelle den Status 7. Trifft das Einsatzmittel an seiner zweiten Einsatzstelle ein, übermittelt es der Integrierten Leitstelle erneut den Status 4. Fährt das Einsatzmittel weiter zum ersten Zielort, ist der Status 7 zu senden. Trifft das Einsatzmittel an seinem ersten Zielort ein, übermittelt es der Integrierten Leitstelle den Status 8. Fährt das Einsatzmittel weiter zum zweiten Zielort, ist der Status 7 zu senden. Trifft es dort ein, übermittelt das Einsatzmittel der Integrierten Leitstelle den Status 8.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel
3
Einsatzauftrag übernommen /
Fahrzeug unterwegs zur Einsatzstelle
4
Ankunft Einsatzstelle 1
7
Einsatzmittel mit Patient 1 unterwegs zum Zielort
4
Ankunft Einsatzstelle 2
7
Einsatzmittel mit Patient 1 und 2 unterwegs zum Zielort
8
Einsatzmittel am Zielort 1 angekommen
7
Einsatzmittel mit Patient 2 unterwegs zum Zielort
8
Einsatzmittel am Zielort 2 angekommen
Anmerkung: Die Reihenfolge der Einsatzstellen und Zielorte wird von der Integrierten Leitstelle vorgegeben.

4.13.4  Sammeltransport von unterschiedlichen Einsatzstellen zu einem Zielort

Die Integrierte Leitstelle erteilt dem Einsatzmittel den Auftrag zur Patientenbeförderung, wobei zusätzlich die Reihenfolge der Einsatzstellen (einzelne Patienten) und der gemeinsame Zielort angegeben werden. Das Einsatzmittel bestätigt mit Status 3 die Einsatzübernahme für beide Patienten. Beim Eintreffen an der ersten Einsatzstelle ist der Status 4 zu übermitteln. Hat das Einsatzmittel den ersten Patienten aufgenommen und ist zur zweiten Einsatzstelle unterwegs, sendet das Einsatzmittel der Integrierten Leitstelle den Status 7. Trifft das Einsatzmittel an seiner zweiten Einsatzstelle ein, übermittelt es der Integrierten Leitstelle erneut den Status 4. Fährt das Einsatzmittel weiter zum Zielort, ist der Status 7 zu senden. Trifft das Einsatzmittel an seinem Zielort ein, übermittelt es der Integrierten Leitstelle den Status 8.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel
3
Einsatzauftrag übernommen /
Fahrzeug unterwegs zur Einsatzstelle
4
Ankunft Einsatzstelle 1
7
Einsatzmittel mit Patient 1 unterwegs zum Zielort
4
Ankunft Einsatzstelle 2
7
Einsatzmittel mit Patient 1 und 2 unterwegs zum Zielort
8
Einsatzmittel am Zielort angekommen
Anmerkung: Die Reihenfolge der Einsatzstellen wird von der Integrierten Leitstelle vorgegeben.

4.14  Fahrt zur Gebietsabsicherung / Wachbesetzung

Wird ein Einsatzmittel zur Gebietsabsicherung / Wachbesetzung alarmiert, ist von diesem der Status 5 an die Integrierte Leitstelle zu senden. Mit Annahme des Sprechwunsches durch den Disponenten sendet das Einsatzleitsystem automatisch ein „J“ auf das Display des FMS-Funkhörers im Einsatzmittel. Die Integrierte Leitstelle übermittelt den Auftrag. Bei mündlicher Übermittlung ist der Einsatzauftrag vom Einsatzmittel zu wiederholen! Das Einsatzmittel bestätigt die vollständige Übernahme des Einsatzes mit dem Status 3. Trifft das Einsatzmittel an seinem Abrufplatz oder an der Wache ein, übermittelt das Einsatzmittel der Integrierten Leitstelle den Status 4. Handelt es sich um einen Abrufplatz, bei dem das Einsatzmittel über Funk erreichbar ist, sendet daraufhin das Einsatzmittel den Status 1. Handelt es sich um eine Wachbesetzung, sendet das Einsatzmittel den Status 2.
Das Einsatzmittel ist in diesem Fall trotz Status 3 während der Fahrt zum Abrufplatz weiter für Notfalleinsätze im Einsatzleitsystem disponierbar.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
5
Sprechwunsch mit niedriger Priorität
J
Sprechaufforderung für Einsatzmittel
3
Einsatzauftrag übernommen /
Fahrzeug unterwegs zur Einsatzstelle
4
Ankunft Einsatzstelle
1
oder
Einsatzbereit über Funk
2
Einsatzbereit auf der Wache

4.15  (Dringender) Sprechwunsch mit hoher Priorität

Mit dem Status 9 wird der Integrierten Leitstelle ein Sprechwunsch mit hoher Priorität angezeigt.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
9
Sprechwunsch mit hoher Priorität

4.16  Notruf

Die Technische Richtlinie Funkmeldesystem sieht eine Notrufprozedur bei Betätigen der Statustaste 0 vor. Dabei wird beim auslösenden Funkgerät der Funkkanal aufgetastet und das Mikrofon im Handapparat für eine definierte Zeitdauer eingeschaltet. Dies kann bei missbräuchlicher oder versehentlicher Nutzung zu erheblichen Störungen im Funkverkehrskreis führen.
Die Notruffunktion ist daher in den FMS-Funkhörern der Einsatzmittel zu deaktivieren.

4.17  Besonderheiten bei Notarzteinsatzfahrzeugen

Das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) übermittelt bei Einsätzen, bei denen der Notarzt den Patienten im transportierenden Einsatzmittel begleitet, ebenfalls die Statusmeldungen 7 und 8.

4.18  Einsatzabbruch

Muss ein laufender Einsatz abgebrochen werden, kann dem Einsatzmittel der Status „E“ von der Integrierten Leitstelle gesendet werden. Zusätzlich teilt die Integrierte Leitstelle über Funk dem Einsatzmittel den Einsatzabbruch mit. Das Einsatzmittel hat den Einsatzabbruch zu quittieren.
Status
Bedeutung
Einsatzmittel
ILS
E
Einrücken / Einsatz abbrechen

5.  Verwendung des FMS-Folgetelegramms

Mithilfe von FMS-Folgetelegrammen werden einsatzrelevante Daten schnell und sicher von der Integrierten Leitstelle zum Einsatzmittel gesendet. Ist in einem Rettungsdienstbereich das FMS-Folgetelegramm eingeführt, sind die einheitlichen Vorgaben in den Anlagen 1 und 2 zu dieser Bekanntmachung einzuhalten.
Im Rettungsdienst unterscheidet sich das FMS-Folgetelegramm zwischen Notfalleinsatz und Krankentransport. Während beim Notfalleinsatz keine Auftragsnummer im Datentelegramm enthalten ist, werden für den Krankentransport alle erforderlichen Daten direkt übermittelt.
Aufgrund der begrenzten Zeichenfolge im FMS-Folgetelegramm müssen die Schlagworte im Rettungsdienst in verkürzter Form übertragen werden. Anlage 2 enthält die landesweit einheitliche Abkürzung der Schlagwörter im Rettungsdienst.

6.  Inkrafttreten

Diese Bekanntmachung tritt am 1. März in Kraft und ist ab der Inbetriebnahme der örtlich zuständigen Integrierten Leitstelle für alle im Zuständigkeitsbereich der Integrierten Leitstelle eingesetzten Kräfte der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben – außer Polizei und Zoll – anzuwenden.
Für die Bereiche, in denen die Integrierten Leitstellen bereits in Betrieb sind, müssen die Regelungen zur Verwendung des Funkmeldesystems im Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz spätestens drei Monate nach dem Inkrafttreten dieser Bekanntmachung angewendet werden. Den Zeitpunkt der Umstellung legt der Betreiber der Integrierten Leitstelle im Benehmen mit den im Zuständigkeitsbereich tätigen Behörden und Organisationen der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr fest.
Günter Schuster
Ministerialdirektor

Anlagen