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5. Formen und Orte sonderpädagogischer Förderung

Die schulische Förderung von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Sehen, visuelle Wahrnehmung und Umgehen-Können mit einer Sehschädigung bezieht alle Schulstufen und Schularten ein; sie hat in den vergangenen Jahren zu einer Vielfalt von Förderformen und Förderorten geführt. Neben den Schulen für Blinde und für Sehbehinderte entwickelten sich Formen gemeinsamer Erziehung und Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen an unterschiedlichen Lernorten. Vorbeugende Maßnahmen erfahren zunehmend eine höhere Bewertung.

5.1 Sonderpädagogische Förderung durch vorbeugende Maßnahmen

Frühe Hilfen sind für die Entwicklung der Kinder mit einer Sehschädigung von wesentlicher Bedeutung. Um Entwicklungsverzögerungen zu verhindern beziehungsweise zu mindern und weitergehende Auswirkungen der Behinderung zu vermeiden, müssen Fördermaßnahmen rechtzeitig einsetzen.
Frühförderung beginnt bei sehgeschädigten Kindern, sobald sie den Frühförderstellen, die in den meisten Ländern an den Schulen für Sehgeschädigte angesiedelt sind, bekannt werden. In anderen Ländern ist es Aufgabe der Schulen für Sehgeschädigte, mit den örtlichen Frühförderstellen zusammenzuarbeiten. Die enge Kooperation mit den Augenkliniken sichert eine möglichst frühzeitige, abgestimmte Förderung. Das gelingt bei blinden Kindern eher als bei sehbehinderten, deren Sehschädigung häufig erst bei der Einschulungsuntersuchung bekannt wird.
Eine wichtige Aufgabe der Frühförderung ist es, den möglichen Folgen der Sehschädigung im kognitiven, sozial-emotionalen, kommunikativen und psychomotorischen Bereich vorzubeugen und gegebenenfalls dem Nichtgebrauch eines verbliebenen Sehvermögens durch geeignete Seherziehungsmaßnahmen entgegenzuwirken. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, folgt die Frühförderung einem ganzheitlichen, familienorientierten und umfeldbezogenen Ansatz; sie arbeitet interdisziplinär.
Voraussetzungen für das Lernen im schulischen Bereich sind für alle Kinder und Jugendlichen eine angemessene Beleuchtung, kontrastreiche Lernmaterialien, ergonomisch angepasstes, die Flexibilität des Sehabstandes gewährleistendes Schulmobiliar, regelmäßige Überprüfung der individuell verordneten optischen Sehhilfen und flimmerfreie, strahlungsarme Bildschirme. Entsprechende Regelungen und Maßnahmen wirken präventiv, insbesondere bei Schülerinnen und Schülern, bei denen die Gefahr besteht, dass sich das Sehvermögen oder das Allgemeinbefinden verschlechtern. Die Wichtigkeit der genannten präventiven Maßnahmen zeigt sich, z.B. bei asthenopischen Beschwerden, wie sie bei Überbeanspruchung der Augen, etwa bei langem Lesen, bei mangelnden Kontrasten, bei Sehen in zu hellem Licht oder in langandauernden Stresssituationen entstehen können. Im Zusammenhang mit den präventiven Aufgaben haben Symptome wie Kopfschmerzen, Brennen der Augen, Müdigkeitsgefühl, gerötete Bindehaut, Verschwommensehen, Tränen der Augen, Blendempfindlichkeit besondere Bedeutung.
Die Nutzung einer Brille kann unter präventivem Aspekt ein weiteres Problem darstellen. Es ist erforderlich, dass eine regelmäßige Überprüfung der Sehschärfe durch speziell geschultes Personal nicht nur bei Vorschulkindern, sondern auch bei Schülerinnen und Schülern durchgeführt wird und dass Lehrkräfte und Eltern informiert werden. Initiativen zu präventivem Handeln in diesem Sinne sind vom schulärztlichen Dienst, von Fachärzten für Augenheilkunde und von den Landesärzten für Blinde und für Sehbehinderte zu erwarten.

5.2 Sonderpädagogische Förderung im gemeinsamen Unterricht

Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Sehen besuchen allgemeine Schulen, wenn dort die notwendige sonderpädagogische Unterstützung sowie die sächlichen und die räumlichen Voraussetzungen geschaffen werden können. Die sonderpädagogische Förderung muss durch Lehrkräfte mit entsprechender sonderpädagogischer Befähigung gewährleistet sein. Im gemeinsamen Unterricht können die blinden oder sehbehinderten Kinder und Jugendlichen von ihren sehenden Mitschülerinnen und Mitschülern lernen und diese von ihnen, und alle gemeinsam können durch die modifizierten Unterrichtsmethoden und Medien profitieren. So können, z.B. speziell für sehgeschädigte Kinder hergestellte Tastbilderbücher, farblich kontrastreich gestaltete Brettspiele oder Großdrucktexte sowie auch die konsequente Veranschaulichung auch für nicht sehgeschädigte Kinder nützlich sein.
Zu den erforderlichen Voraussetzungen gehören neben äußeren Rahmenbedingungen individualisierende Formen der Planung, Durchführung und Evaluierung der Unterrichtsprozesse und eine koordinierte Zusammenarbeit der Lehr- und Fachkräfte. Eine inhaltliche, methodische und organisatorische Abstimmung der Maßnahmen ist notwendig, damit die Berücksichtigung des sonderpädagogischen Förderbedarfs nicht zu einer Sonderstellung des sehgeschädigten Kindes oder Jugendlichen in der integrativ konzipierten Situation wird. Dies schließt nicht aus, dass äußere Differenzierungen für spezifische Fördermaßnahmen erforderlich sein können. Es ist sicherzustellen, dass behinderungsspezifische Maßnahmen ihren angemessenen Platz im Unterricht finden und nur ausnahmsweise als zusätzliche Förderung in die Freizeit verschoben werden.
Die vielfältigen Möglichkeiten des Ausgleichs behinderungsbedingter Nachteile während des Unterrichts und in Prüfungssituationen sind bei der Abstimmung besonders zu berücksichtigen. Das Gelingen der Koordinierung der pädagogischen Maßnahmen aller Beteiligten im individuellen Fall erweist sich als ein wesentliches Kriterium für die Beurteilung der Eignung eines bestimmten Lernortes. Die beteiligten Lehr- und Fachkräfte benötigen dafür spezifische Befähigungen, die sie in Aus- beziehungsweise Fortbildung und durch ihre beruflichen Erfahrungen erwerben.
Das Aufgabenfeld der Sonderschullehrkräfte umfasst sonderpädagogische Förderung im Unterricht sowie weitere Aufgaben, die sich auf den speziellen sonderpädagogischen Förderbedarf beziehen; dazu gehören insbesondere
Beratung und Unterstützung des sehgeschädigten Kindes oder Jugendlichen,
Beratung der Lehrerinnen und Lehrer der allgemein bildenden Schule sowie der beruflichen Schule,
Beratung und Unterstützung der Eltern.
Inhalte von Beratung und Unterstützung sind z.B.
Analyse des funktionalen Sehens,
Sehhilfenberatung und -beschaffung, Punktschriftübertragung,
Durchführung oder Organisation spezifischer Fördermaßnahmen, z.B. im Bereich Lebenspraktische Fertigkeiten,
Orientierung und Mobilität, psychomotorische Förderung.
Die Erfüllung dieser Aufgaben erfordert eine enge Zusammenarbeit der Sonderschullehrkräfte mit den Lehrkräften der allgemeinen Schule. Zum besonderen Aufgabenfeld der Lehrkräfte der allgemeinen Schulen gehören die Kooperation mit der sonderpädagogischen Lehrkraft und die Berücksichtigung sonderpädagogischer Belange im Unterricht.

5.3 Sonderpädagogische Förderung in Schulen für Sehgeschädigte1

Die besonderen schulischen Einrichtungen für Blinde und für Sehbehinderte mit ihren speziellen pädagogischen Angeboten sind Lernorte für diejenigen, die einen umfänglichen und spezifischen sonderpädagogischen Förderbedarf haben. Sie bieten sehgeschädigtengemäße Förderung in unterschiedlicher Form an und sind technisch, medial und personell entsprechend ausgestattet. Häufig sind Schulen für Sehgeschädigte eingegliedert in Bildungszentren, in denen sehgeschädigte Menschen vom frühen Kindesalter bis ins Erwachsenenalter geeignete Förderangebote allgemein- oder berufsbildender Art auf verschiedenen Anforderungsstufen erhalten. Die Dauer der Förderung in diesen Schulen ist individuell unterschiedlich; grundsätzlich wird auf Durchlässigkeit zu anderen Schulen geachtet. Sehgeschädigte Kinder und Jugendliche mit schwerer Mehrfachbehinderung bekommen eine eigens auf ihre Behinderungen abgestimmte pädagogische Förderung. Einige dieser speziellen Einrichtungen haben länderübergreifende Einzugsbereiche beziehungsweise ein bundesweites Einzugsgebiet. Die Mehrzahl der Schulen für Sehgeschädigte bietet Beratung und Unterstützung für sehgeschädigte Schülerinnen und Schüler in allgemeinen Schulen und in Sonderschulen anderer Art an.
Daneben gibt es Schulen, die sich auf einen Bereich oder auf wenige Bereiche spezieller schulischer Angebote konzentrieren. Es gibt eine Spezialisierung auf bestimmte Altersstufen, auf unterschiedliche Lernanforderungen, auf den allgemein- oder den berufsbildenden Bereich, auf besondere Angebote für mehrfachbehinderte Sehgeschädigte, z.B. für Taubblinde. Viele dieser Schulen haben ein Internat oder Wohngruppen, deren Konzepte mit den Bemühungen um die besondere pädagogische Förderung der sehgeschädigten Schülerinnen und Schüler abgestimmt sind. Internate und Wohngruppen sind u. a. eine Alternative der Erziehung und der Lebensgestaltung für Kinder und Jugendliche, die nicht in ihren Familien leben können.

5.4 Sonderpädagogische Förderung in kooperativen Formen

Viele Schulen für Sehgeschädigte und allgemeine Schulen sind dabei, eine enge pädagogische Zusammenarbeit aufzubauen. Kooperative Formen der Förderung und Unterrichtung erschließen allen Beteiligten Möglichkeiten zur wechselseitigen Annäherung und zur Erfahrung von mehr Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander. Kooperative Formen können den Unterricht und das Schulleben bereichern, z.B. durch
gegenseitige Besuche von Klassen,
die Bildung von Partnerschaften,
gemeinsame Schulwanderfahrten,
gemeinsame Schulveranstaltungen und Feste,
zeitweiligen bis zunehmend durchgängigen gemeinsamen Unterricht.
Die Erhöhung gemeinsamer Unterrichtsanteile und der Wechsel von Schülerinnen und Schülern aus den .Schulen für Sehgeschädigte in allgemeine Schulen werden hierdurch begünstigt. Damit tragen kooperative Formen zur Durchlässigkeit der Schularten bei. Die räumliche Zusammenführung von Klassen für Sehgeschädigte mit Klassen der allgemeinen Schule kann geeignete Rahmenbedingungen für die angestrebte Kooperation schaffen.

5.5 Sonderpädagogische Förderung im Rahmen von Förderzentren

Es ist Aufgabe der in den meisten Ländern bestehenden überregionalen Förderzentren, blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche und deren Eltern in der Frühförderung, in Schulen anderer Schularten und beim Übergang von der Schule ins Arbeitsleben zu beraten und zu unterstützen. Die Förderzentren können individuelle sonderpädagogische Förderung in der eigenen Schule anbieten und gegebenenfalls mit einem Internat beziehungsweise einer Wohngruppe zusammen arbeiten. Sie können sehgeschädigte Kinder und Jugendliche aus allgemeinen Schulen und anderen Sonderschulen zu ein- oder mehrtägigen Seminaren und Kursen einladen, deren Inhalte der sonderpädagogischen Förderung dienen.
Die Förderzentren verfügen über diagnostische Kompetenzen im Überschneidungsbereich von Medizin und Pädagogik, machen Angebote zu Auswahl und Erprobung von speziellen, vor allem optischen und elektronischen Hilfsmitteln, bieten Gelegenheit zum Training von Lebenspraktischen Fertigkeiten, zur Orientierungs- und Mobilitätserziehung, und sie eröffnen den Zugang zu weiteren Bereichen sonderpädagogischer Förderung. Sie informieren Eltern und gegebenenfalls Kostenträger über Finanzierungsmöglichkeiten notwendiger sonderpädagogischer Maßnahmen und Medien.
Die Förderzentren beraten Lehrkräfte der allgemeinen Schule und anderer Sonderschulen in Bezug auf alle die Sehschädigung betreffenden Fragen. Sie geben Informationen und bieten Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit den Folgen der fehlenden oder eingeschränkten visuellen Wahrnehmung. Sie besprechen mit den Lehrkräften, die ein blindes oder sehbehindertes Kind unterrichten, dessen individuelle Situation und stimmen gemeinsam den Förderplan ab. Darüber hinaus sollen die Förderzentren beteiligt werden im Rahmen von Fortbildung zu spezifischen Aspekten des Förderschwerpunktes Sehen.
Förderzentren können notwendige Hilfsmittel und Unterrichtsmaterialien entwickeln und diese zur Verfügung stellen oder bei deren Beschaffung helfen. Dabei sind die Förderzentren für Sehgeschädigte der Länder auf Kooperation untereinander angewiesen.

5.6 Sonderpädagogische Förderung im berufsorientierenden und im berufsbildenden Bereich

Jungen Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind Wege zu einer beruflichen Qualifikation durch ein Studium beziehungsweise eine Berufsausbildung oder, wo dies nicht durchführbar erscheint, durch eine für Sehgeschädigte vorgesehene spezielle Berufsqualifikation zu eröffnen, um damit die Voraussetzungen für eine dauerhafte Eingliederung in die Arbeitswelt zu schaffen. Falls das nicht durchführbar ist, muss eine an die individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten des Jugendlichen angepasste Vorbereitung auf eine Berufstätigkeit mit selbstständiger Lebensführung wie in einer Blindenwerkstatt, einer Werkstatt für Taubblinde oder in einer Werkstatt für Behinderte angeboten werden.
Aufgabe der sonderpädagogischen Förderung ist es auch, Voraussetzungen für erfolgreiches berufliches Lernen zu schaffen, Berufsorientierung und Berufs-vorbereitung zu unterstützen. Fächerübergreifendes und projektbezogenes Vorgehen bietet sich dabei an. Leitfunktion hat ein Verbund der Unterrichtsfächer, die in den einzelnen Ländern in der Bundesrepublik unterschiedlich benannt werden: Arbeit, Wirtschaft, Technik, Hauswirtschaft, Textiles Werken, Wirtschaftslehre, Sozialkunde, Gemeinschaftskunde.
Einsichten in die Arbeitswelt werden durch das Aufzeigen wechselseitiger Zusammenhänge zwischen den Bereichen Technik, Wirtschaft und Hauswirtschaft vermittelt. Im Bereich Technik sammeln Schülerinnen und Schüler Erfahrungen im Umgang mit Werkstoffen, Geräten und Hilfsmitteln. Sie gewinnen Einblick in Verfahrensweisen und Techniken und können Anforderungen verschiedener Berufsfelder einschätzen lernen. Die behinderungsbedingten Möglichkeiten und Grenzen sehgeschädigter Jugendlicher finden dabei angemessene Berücksichtigung. Im Bereich Hauswirtschaft/Textiles Werken werden die Jugendlichen auf das selbstständige Ausführen von Arbeiten im Haushalt vorbereitet. Sie lernen grundlegende Arbeits- und Kennzeichnungs-Techniken, Orientierungs- und Ordnungsschemata kennen und werden sicherer im Umgang mit speziellen Hilfsmitteln.
Betriebs- und Arbeitsplatzerkundungen sowie Betriebspraktika vor Ort sind auch für blinde und für sehbehinderte Jugendliche verbindlich. Erkundungen sowie Betriebs-, Sozial- und Werkstattpraktika können in unterschiedlichen Formen und an verschiedenen Orten durchgeführt werden. Die Berufsbildungswerke für Blinde und für Sehbehinderte bieten auch in ihren Einrichtungen entsprechende Erkundungen und Praktika an.
Schwerpunkte des berufsvorbereitenden Unterrichts sind berufskundliche Themen. Für Schülerinnen und Schüler mit Sehschädigungen werden auch blinden- und sehbehindertenkundliche Inhalte und Kenntnisse vermittelt über psychologische und soziologische Aspekte der Sehschädigung, Arbeits- und Sozialhilferecht, Selbsthilfeorganisationen, spezifische Informationsmedien und Hilfsmittel. Diese Inhalte beziehen sich direkt auf die Lebenssituation Sehgeschädigter. Die sehgeschädigten-spezifischen berufskundlichen Themen des berufsvorbereitenden Unterrichts gehören zur sonderpädagogischen Förderung sehgeschädigter Jugendlicher, sie müssen unabhängig vom Lernort des Einzelnen berücksichtigt werden.
Berufsbezogene Ziele sind:
Wissen um die Behinderung und deren Auswirkungen auf Beruf und Leben,
realistische Einschätzung der beruflichen Leistungsfähigkeit,
Beherrschung blinden- beziehungsweise sehbehindertengerechter Techniken und Fertigkeiten, die im Hinblick auf das berufliche Tätigkeitsfeld erforderlich sind,
Sicherheit im Umgang mit Hilfsmitteln,
Kenntnis der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten,
Kenntnis gesetzlicher Bestimmungen und Regelungen für Behinderte,
Kenntnis über institutionelle und finanzielle Förderung für Behinderte.
Um die bestmögliche berufliche Eingliederung zu erreichen, ist eine enge Zusammenarbeit der oder des Jugendlichen und gegebenenfalls der Eltern mit der Schule für Sehgeschädigte oder dem Förderzentrum, der Arbeitsverwaltung, der beruflichen Schule und dem Arbeitgeber, dem Berufsbildungswerk oder der Werkstatt für Behinderte, den Fachdiensten und gegebenenfalls weiteren Kostenträgern und Institutionen des Netzwerkes notwendig.
Der Unterricht für sehgeschädigte Jugendliche und junge Erwachsene in der beruflichen Schule ist grundsätzlich von Lehrkräften zu erteilen, die eine Befähigung zum Lehramt an Beruflichen Schulen besitzen; diese sollten durch entsprechende Aus- oder Fortbildung auch sonderpädagogische Befähigungen erworben haben. Für sonderpädagogische Aufgaben, die vertiefte sehgeschädigtenspezifische Kenntnisse und spezielle Erfahrung verlangen, sind Beratung und Unterstützung durch entsprechend qualifizierte Lehrkräfte sicherzustellen. Dies gilt z.B. bei der Bestimmung des funktionalen Sehens und der Sehhilfenberatung oder bei der Arbeitsplatzanalyse und -ausstattung unter besonderer Berücksichtigung des sehgeschädigtengemäßen Einsatzes von elektronischen Hilfsmitteln.
Sehbehinderte und blinde Jugendliche können in länderübergreifenden beruflichen Schulen für Sehgeschädigte unterrichtet werden (siehe hierzu auch den Beschluss der KMK vom 20. Juni 1997).

1 [Amtl. Anm.:] Die Bezeichnungen der Schulen für Sehgeschädigte sind in den Ländern unterschiedlich.